Alpine Wolle mit Charakter

Die Wolle der Schnalserschafe ist durch den jährlichen Schafübertrieb über das Eis geprägt. Sie ist robust, ehrlich und durch ihren natürlichen Lanolingehalt perfekt gegen Wind und Wetter gewappnet.

Damit die Tiere gesund bleiben und wir beste Qualität erhalten, werden die Schafe zweimal im Jahr geschoren.

Einst als edler Loden gehandelt, bringe ich dieses wertvolle Kulturgut zurück in den Alltag. Ein echtes Stück lebendige Geschichte, das alpine Widerstandsfähigkeit mit nachhaltiger Handwerkskunst vereint.

Wollwerkstatt Schnals

Robust. Regional. Richtig.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Wertvollste direkt vor unserer Haustür wächst? Unsere Schnalser Schafe schenken uns eine Faser, die an Qualität kaum zu übertreffen ist. Der Weg vom Schaf zum fertigen Produkt ist bei mir kein Transportweg, sondern ein Nachbarschaftsbesuch.

Statt globaler Massenproduktion setze ich auf 0 Kilometer und 100 % Herzblut. Die Wolle ist wie wir Schnalser selbst: robust, ehrlich und authentisch. In meiner Werkstatt veredle ich diesen nachwachsenden Rohstoff zu langlebigen Einzelstücken, die unsere bäuerliche Kulturlandschaft sichern.

Wer ein Produkt aus meiner Wollwerkstatt in den Händen hält, spürt die Berge, die Tradition und die Qualität eines echten Naturwunders.

Tradition trifft Handwerk
Filzen ist die älteste Textiltechnik der Menschheit. Was früher überlebenswichtig für Kleidung und Jurten war, ist heute ein vielseitiges Kunsthandwerk. Der Filzprozess nutzt die Schuppenstruktur der Schafwolle, die sich durch äußere Einwirkung unlösbar verhakt.
Die zwei Haupttechniken
Nassfilzen: Wolle wird mit warmem Wasser, Seife und Reibung in Form gebracht. Ideal für nahtlose Objekte wie Hüte oder Taschen.

Trockenfilzen: Spezielle Widerhaken-Nadeln verfestigen die trockene Wolle. Diese Technik eignet sich besonders für filigrane Figuren und Verzierungen.

Das Schnalserschaf

Das Schnalserschaf ist eine traditionsreiche Nutztierrasse der Südtiroler Alpen. Es entstand aus der Kreuzung lokaler Bergschafe mit dem Bergamaskerschaf und ist perfekt an die extremen Hochgebirgsbedingungen angepasst.

Typisch sind die langen, hängenden Ohren und das gewölbte Profil (Ramsnase). Die Tiere sind großrahmig, kräftig und extrem trittsicher – ideal für die karge Bergwelt. Die Wolle ist meist reinweiß, grob und sehr widerstandsfähig.

Bedeutung gestern und heute: Früher war das Schaf die lebensnotwendige Quelle für Fleisch und Wolle im Schnalstal. Heute stehen der Rassenerhalt und die Landschaftspflege im Fokus: Durch die Beweidung sichern die Schafe das ökologische Gleichgewicht der alpinen Flora.

Transhumanz

Was diesen Schafabtrieb so einzigartig macht, ist die Route. Jedes Jahr im Juni ziehen rund 3.000 bis 4.000 Schafe zusammen mit ihren Hirten und Hunden von den Höfen im Schnalstal und dem Vinschgau hinauf auf die Sommerweiden im Ötztal (Österreich).

Der Schaftrieb in Schnals ist die einzige grenzüberschreitende Transhumanz, die über den Alpenhauptkamm führt. Die Tiere müssen Schneefelder und einen Gletscher auf über 3.000 Metern Höhe überwinden. Die Wanderung dauert etwa zwei Tage und führt über eine Distanz von rund 44 km.

Seit 2019 gehört diese besondere Form der Weidewirtschaft sogar zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Früher war diese Wanderung schlichte Notwendigkeit. Die Weideflächen im trockenen Vinschgau und dem steilen Schnalstal reichten nicht aus, während die saftigen Hochweiden auf der Nordseite des Kamms (noch heute im Besitz der Bauern des Schnalstals) ideal für die Sommerfrische waren

Von der Wildnis zur Wolle

Ich dachte, ich wüsste, was „wild“ bedeutet – bis ich ins Schnalstal eingeheiratet habe. Hier hat mich die Leidenschaft für das Handwerk gepackt. Inmitten meines turbulenten Alltags als Mama finde ich beim Filzen meinen perfekten Fokus.

Für mich ist Schafwolle ein Wunderwerk der Natur: eigenwillig, vielseitig und ehrlich – genau wie wir Schnalser.

In meiner Werkstatt verbinde ich die raue Energie der Alpen mit feiner Handwerkskunst. Aus loser Wollflocken schaffe ich Beständiges, das unsere Geschichte erzählt.

Kontaktieren Sie mich gerne für weitere Informationen. 

Förderung

Diese Website wurde mit Unterstützung des Ministero della Cultura realisiert. Wir danken allen Beteiligten herzlich für ihr Engagement und ihre wertvolle Mitwirkung.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte: cultura.gov.it